Christine Enterlein, Key Account & Resource Manager AKRA GmbH und Social Media Enthusiast, berichtet im AKRA FT Blog über ihre ganz persönlichen Erfahrungen von der re:publica.
Seit zwei Jahren hatte ich mir vorgenommen, zur re:publica zu fahren. Der ehrliche Grund: Ich wurde immer wieder von coolen Social Media-Beratern bzw. Twitterern bei der #twittnite etc. gefragt, ob ich denn auch auf der re:publica sei. Mit Sinn und Zweck der Konferenz habe ich mich dann erst Anfang diesen Jahres befasst und blitzschnell ein günstiges Early Bird-Ticket besorgt.
Viel ist inzwischen über die #rp11 geschrieben und getwittert worden. Mein subjektives Fazit nach einigen Tagen Abstand: Ich bin froh und auch dankbar, dabei gewesen zu sein. Sowohl inhaltlich als auch persönlich habe ich viel mitgenommen.
Am ersten Tag sah das allerdings noch anders aus: Ich war verstimmt, weil die von mir ausgewählten Workshops wegen Überfüllung geschlossen waren. Als Planungsfreak fiel es mir anfangs schwer, mich dem #rp11 Flow hinzugeben. Außerdem nervte es, ausgerechnet auf einer Internet-Konferenz vom Provider o2 in Sachen Mobile Flat in Stich gelassen zu werden und andauernd auf der verzweifelten Suche nach einer Steckdose zum Handy-Aufladen zu sein. Ich wollte doch allen mitteilen, dass ich es auch endlich zu dieser coolen Konferenz geschafft hatte, konnte aber weder auf Foursquare einchecken noch twittern!
Trotz Anlaufschwierigkeiten gelang es mir aber dann, mich thematisch treibenzulassen und meine Erwartungshaltung, ein Fachkonferenz-Programm „durchzuziehen“, aufzugeben. Prompt wurde ich belohnt mit interessanten Sessions und noch interessanteren und inspirierenden persönlichen Begegnungen.
Insgesamt fand ich das Programm beeindruckend vielfältig, wie auch die Referenten und Teilnehmer. Mir hat sehr gefallen, dass viele gesellschaftspolitische Themen behandelt wurden. Leider habe ich unendlich viel verpasst, so auch die Sessions der Digital Media Women Hamburg, aber – Twitter, Facebook , Youtube, Blogs sei dank – kann ich mich nachträglich informieren.
Hier ein kleiner Streifzug durch meine #rp11:
1. Tag
„Global Voices: The world is talking. Are you listening?“ Solana Larsen
Global Voices ist eine sehr aktive internationale Online Community von über 300 Bloggern und Übersetzern. Ziel ist es, Themen Aufmerksamkeit zu verschaffen, und zwar vor allem aus Regionen, die kaum in den gängigen Medien auftauchen.
Mich hat beeindruckt, wie diese ehrenamtlich arbeitende Online Community seit mehreren Jahren unterdrückten Stimmen Gehör verschafft, gerade auch dadurch, dass Blogbeiträge übersetzt und damit einem größeren Publikum zugänglich werden.
“Utopia London / Film screening and Q&A with director Tom Cordell”
Utopia London ist ein Dokumentarfilm über den sozialen Wohnungsbau in London nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Die Architekten versuchten mit dem Bau der sog. Council Flats soziale Utopien von Gleichheit und Lebensqualität zu verwirklichen. Besonders beeindruckt hat mich die visuelle Umsetzung des Themas sowie die Wiederbegegnungen der idealistischen Architekten von damals mit ihren Bauten in heutiger Zeit. Und der Film stellt die Frage, was von den Utopien geblieben ist und wie unsere Zukunft gestaltet werden könnte. Wunderbar, dass die #rp11 sich nicht nur auf Internetthemen beschränkt, sondern einen – nicht nur für London-Fans wie mich – inspirierenden Film wie diesen im Programm hatte!
Trailer von Utopia London.
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